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Nach bestandener MPU: So läuft die Wiedererteilung des Führerscheins ab
Ein bestandenes MPU-Gutachten ist nicht das Ende des Weges – erst die Wiedererteilung bei der Fahrerlaubnisbehörde bringt den Führerschein zurück.

Ein bestandenes MPU-Gutachten ist nicht das Ende des Weges – erst die Wiedererteilung bei der Fahrerlaubnisbehörde bringt den Führerschein zurück.
Ein bestandenes MPU-Gutachten fühlt sich für die meisten Betroffenen wie das Ende eines langen Weges an – und ist doch nur der vorletzte Schritt. Wer glaubt, der Führerschein lande nun automatisch im Briefkasten, wird enttäuscht: Die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis müssen Sie aktiv bei Ihrer Fahrerlaubnisbehörde beantragen. Dieser Beitrag erklärt, welche Fristen dabei gelten, welche Unterlagen Sie brauchen und worauf viele erst kurz vor dem Ziel noch stolpern.
Die Sperrfrist: rechtlicher Ausgangspunkt für alles Weitere
Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis gerichtlich entzogen, hat das Gericht gleichzeitig eine Sperrfrist nach § 69a Strafgesetzbuch (StGB) festgesetzt. In dieser Zeit darf Ihnen keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden – unabhängig davon, wie gut Ihre MPU-Vorbereitung läuft. Die Sperrfrist beträgt in der Regel zwischen sechs Monaten und fünf Jahren; in besonders gelagerten Ausnahmefällen kann sie auch unbefristet ausgesprochen werden. Die genaue Dauer hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, ob es sich um einen Ersttäter oder Wiederholungsfall handelt.
Wichtig zu wissen: Sie müssen mit dem Antrag auf Wiedererteilung nicht bis zum letzten Tag der Sperrfrist warten. Nach gefestigter Praxis der Fahrerlaubnisbehörden können Sie den Antrag frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist stellen. Diesen Vorlauf sollten Sie nutzen, denn die Bearbeitung braucht Zeit – und Ihr MPU-Gutachten ist nicht unbegrenzt gültig.
So läuft die Antragstellung bei der Fahrerlaubnisbehörde ab
Zuständig ist die Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle) an Ihrem Wohnort. Der Antrag auf Wiedererteilung erfordert grundsätzlich Ihr persönliches Erscheinen – eine formlose Beantragung per E-Mail reicht nicht aus. Legen Sie bei diesem Termin Ihr positives MPU-Gutachten vor, sofern es nicht ohnehin direkt von der Begutachtungsstelle an die Behörde übermittelt wurde. In den meisten Fällen benötigen Sie zusätzlich:
- einen gültigen Sehtest (nicht älter als von der Behörde akzeptiert),
- ein aktuelles biometrisches Passfoto,
- Ihren Personalausweis oder Reisepass,
- gegebenenfalls einen Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs, falls Ihr letzter Kurs zu lange zurückliegt oder nie dokumentiert wurde.
Die Behörde prüft Ihre Unterlagen und erteilt die Fahrerlaubnis regulär erst nach Ablauf der Sperrfrist – auch wenn Ihr Antrag und Ihr Gutachten schon vorher vollständig vorlagen. Die Bearbeitungsdauer variiert von Behörde zu Behörde; ein Vorlauf von einigen Wochen ist keine Seltenheit.
Warum Sie nicht zu lange warten sollten
Ein häufig unterschätzter Punkt: Ihr MPU-Gutachten hat eine begrenzte Gültigkeit. Wird es zu alt, bevor Sie den Antrag stellen oder bevor die Behörde ihn abschließend bearbeitet, kann die Behörde ein neues, aktuelles Gutachten verlangen – mit allen Kosten und Terminen, die eine erneute Begutachtung mit sich bringt. Auch wenn Sie die Frist zur Vorlage der geforderten Untersuchung insgesamt überschreiten, kann Ihr Antrag auf Wiedererteilung abgelehnt werden. Es lohnt sich also, die Wiedererteilung nicht als Formsache am Rande zu behandeln, sondern als letzten, ebenso wichtigen Schritt Ihrer Vorbereitung.
Der letzte Schritt: Wenn der Führerschein tatsächlich neu ausgestellt wird
Sind Sperrfrist, Gutachten und Unterlagen vollständig, stellt die Fahrerlaubnisbehörde die neue Fahrerlaubnis aus – in der Praxis meist in Form des bekannten Kartenführerscheins. Ein Sonderfall: Wer 15 Jahre oder länger ohne Fahrerlaubnis war, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Neuerteilung auch ohne erneute MPU beantragen; das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Fälle und ersetzt keine individuelle Prüfung durch die Behörde.
Für die meisten Menschen gilt: Der Weg von der bestandenen MPU bis zum neuen Führerschein in der Hand dauert noch einmal mehrere Wochen bis Monate – abhängig vom Sperrfristende und der Auslastung Ihrer Behörde. Wer diesen letzten Abschnitt aktiv und rechtzeitig angeht, statt ihn nach der MPU aus den Augen zu verlieren, verkürzt die Wartezeit spürbar. Wenn Sie unsicher sind, welche Unterlagen in Ihrem konkreten Fall nötig sind oder wann Sie frühestens tätig werden können, hilft ein Blick in Ihren Bescheid und ein klärendes Gespräch mehr als allgemeine Faustregeln.
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Fachliche Abgrenzung
Dieser Ratgeber dient der MPU-Vorbereitung und allgemeinen Orientierung zur Fahreignung. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.